Buster und die Kuh (Buster and the cow), 2018/2020, one channel video
Scene from”Go West” 1925 by and with Buster Keaton. Black-white and color, tone, 12 min. 57 sec. Loop
A television painted blue with a cutout in the middle in the shape of a human figure and a cow. TV 60x45x48 cm. Sound: Jana de Jonge

Gezeigt wird eine dreiminütige Szene des Filmes Go West von 1925 von und mit Buster Keaton, die im Loop wiedergegeben wird.

Abgespielt wird sie auf einem alten Fernseher, dessen Bildschirm Kahal so mit blauer Farbe eingefärbt hat, dass eine Aussparung in der

Mitte die Form einer menschlichen Figur und einer Kuh wiedergibt. Vorlage hierfür ist eine Szene des Filmes, die für den Künstler den

Film zusammenfasst. In dieser Szene helfen sich Buster und die Kuh gegenseitig und es entsteht ab diesem Moment eine enge Freundschaft

zwischen ihnen, die bis zum Ende des Filmes zu sehen ist. Den Filmstill, den Kahal stark abstrahiert auf dem Bildschirm festhält, zeigt Buster

und die Kuh in die gleiche Richtung nebeneinander herlaufend. In Anas Kahals Zeichnung lässt er beide Figuren in eine halb menschliche,

halb tierische Figur verschmelzen. Zu dieser Idee hat den Künstler ein „Lamassu“, ein geflügelter Stier mit menschlichem Kopf aus Mesopotamien,

inspiriert. In der Arbeit wird der Film Go West durch die Folie der engen Freundschaft zwischen Tier und Mensch sichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Scottie, 2017, one channel video installation
Scene from “Vertigo” 1958 by Alfred Hitchcock with James Stewart
color, without tone, 03 min. 12 sec. Loop
200 Watt Halogenstrahler

 

 

 

 

 

 

 

 

 


RedRoses, 2025, one channel video, 3 editions + 3 A. P.
Found-Footage, color, sound, 40 min. 49 sec. Loop

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Masked Faces, 2024, six channel video installation
Found-Footage, color, without tone, 13 min. sec. 27 Loop

Masked Faces ist eine Videoinstallation bei der sechs Fernseher so im Raum gruppiert sind, dass

synchron auf jedem Bildschirm ein maskiertes Mitglied einer Kampfgruppe zu sehen ist.

Anas Kahal hat hierfür 14 Videos (ca. je eine Minute) aus YouTube heruntergeladen und das Found Footage so stark herangezoomt,

dass pro Video sechs einzelne Nahaufnahmen von den Köpfen der Kämpfer entstanden sind. Bei den Originalvideos handelt es sich

um die frühsten Videos radikaler Gruppen, die sich 2011 in Syrien formierten und mit denen sie ihre Gründung und Überzeugungen

zum ersten Mal öffentlich publik machten.

Bei der Videoinstallation sind hiervon nur Ausschnitte ohne Ton zu sehen. So liegt der Fokus ganz auf der Körpersprache der Männer.

Denn in Anas Kahals Arbeit geht es um die Spannung zwischen der Individualität einzelner Mitglieder und der Zugehörigkeit zu einer

Gruppe. Dieser Kontrast kommt in den leichten Bewegungen der Individuen in der Stille und der starken Bewegung der Kämpfer am

Ende der Videos zum Ausdruck. Und so ist es der Jubel der einzelnen Mitglieder, verteilt auf den Fernsehern, der sie nun unübersehbar

zu einer Gruppe verbindet.

 

 

 

 

 

 

 

 


Flags, 2023, One channel video
Found-Footage, 25 min. Loop

In der Videoarbeit „Flags“ kombiniert der Künstler Anas Kahal Found-Footage zum Syrienkrieg mit knalligen Farbflächen. Das gefundene

Videomaterial, das die brutale Realität des Krieges zeigt, war während des Krieges omnipräsent auf allen Fernsehkanälen und Internetseiten

zu sehen. Viele Syrer waren von den Inhalten und der Flut an Bildern überfordert. Anas Kahal, in Damaskus geboren und aufgewachsen,

studierte dort Kunst. Er hatte Glück, es gelang ihm am letzten Tag vor Schließung der deutschen Botschaft, ein Visum für ein fortführendes

Kunststudium in Karlsruhe zu beantragen.

Während der zehn Kriegsjahre verfolgte er die Zerstörung und die Veränderungen Syriens von Deutschland aus. Es bildeten sich viele Gruppen,

die sich am Kriegsgeschehen beteiligten. Jede Gruppe verfolgte dabei eigene politische Ziele, trug einen eigenen Namen und demonstrierte die

eigene Flagge. Die Videoarbeit „Flags“ ist ein Versuch sich mit Hilfe der Abstraktion der Absurdität des Krieges anzunähern.